Wasser-Wasser-Wärmepumpe: Maximale Effizienz
COP 5,0–6,0, die niedrigsten Betriebskosten und 20–25 Jahre Lebensdauer. Die effizienteste Wärmepumpe — wenn Grundwasser verfügbar ist.
So funktioniert die Wasser-Wasser-Wärmepumpe
Das Grundwasser ist die beste Wärmequelle — konstant, ergiebig und kostenlos.
Eine Wasser-Wasser-Wärmepumpe nutzt Grundwasser als Wärmequelle. Das Wasser wird über einen Saugbrunnen aus 5–15 m Tiefe gefördert und durch einen Wärmetauscher geleitet. Dort entzieht die Wärmepumpe die Wärme und hebt die Temperatur auf Heizungsniveau (35–55°C).
Das abgekühlte Grundwasser fließt über einen Schluckbrunnen zurück ins Erdreich. Das Wasser wird nicht verbraucht — nur die Wärmeenergie wird entzogen (ca. 3–5°C Abkühlung).
Da Grundwasser ganzjährig 8–12°C hat — wärmer als Luft im Winter und konstanter als Erdreich — erreicht diese Bauart den höchsten COP aller Wärmepumpentypen.
Voraussetzungen: Passt eine Wasser-Wasser-WP zu Ihrem Grundstück?
Nicht überall ist eine Wasser-Wasser-WP möglich. Diese Kriterien müssen erfüllt sein.
Muss-Kriterien
Grundwasser in 5–15 m Tiefe vorhanden
Tiefere Brunnen sind möglich, aber teurer und weniger effizient.
Gute Wasserqualität
Eisen < 0,2 mg/l, Mangan < 0,1 mg/l, pH 6,5–8,5. Wasseranalyse ist Pflicht.
Ausreichende Ergiebigkeit
Mindest-Fördermenge 2–3 m³/h für ein Einfamilienhaus.
Wasserrechtliche Genehmigung möglich
Antrag bei der unteren Wasserbehörde. Nicht in Schutzzone I/II.
Weitere Anforderungen
Platz für 2 Brunnen
Saugbrunnen und Schluckbrunnen brauchen mind. 15 m Abstand zueinander.
Zufahrt für Bohrgerät
Das Bohrfahrzeug braucht ca. 3 m Durchfahrtsbreite zum Bohrpunkt.
Keller für die Wärmepumpe
Die WP steht komplett im Gebäude. Kein Außengerät, kein Lärm.
Strom für Brunnenpumpe
Die Förderpumpe im Saugbrunnen benötigt einen eigenen Stromanschluss.
Nicht möglich, wenn:
- ● Sie in einem Wasserschutzgebiet (Zone I/II) wohnen
- ● Das Grundwasser zu tief liegt (>20 m = unwirtschaftlich)
- ● Die Wasserqualität dauerhaft schlecht ist (viel Eisen/Mangan)
- ● Kein Platz für zwei Brunnen mit 15 m Abstand vorhanden ist
Alternative: Sole-Wasser-WP (Erdsonde) oder Luft-Wasser-WP
Vorteile und Nachteile
Vorteile
- + Höchster COP aller Wärmepumpentypen (5,0–6,0)
- + Niedrigste Betriebskosten (400–700 €/Jahr)
- + Ganzjährig konstante Leistung (8–12°C Grundwasser)
- + Flüsterleise (< 35 dB) — kein Außengerät
- + Passive und aktive Kühlung möglich
- + Lange Lebensdauer (WP 20–25 J., Brunnen 30–50 J.)
- + Höchste Umweltfreundlichkeit
Nachteile
- − Höchste Anschaffungskosten (31.000–55.000 €)
- − Wasserrechtliche Genehmigung zwingend nötig
- − Nicht überall verfügbar (Grundwasser, Qualität)
- − Zwei Brunnenbohrungen nötig (Kosten + Platz)
- − Wasserqualität kann sich langfristig ändern
- − Risiko der Verockerung (Eisen-/Manganablagerungen)
- − Nur 5% Marktanteil = weniger Installateure mit Erfahrung
Technische Daten
| Anschaffungskosten (Gerät) | 18.000–30.000 € |
| Brunnenbohrung (Saug + Schluck) | 10.000–20.000 € |
| Installation | 3.000–5.000 € |
| Gesamtkosten | 31.000–55.000 € |
| COP (W10/W35) | 5,0–6,0 |
| Jahresarbeitszahl (JAZ) | 4,5–5,5 |
| Max. Vorlauftemperatur | 55–65°C |
| Grundwassertemperatur | 8–12°C (ganzjährig) |
| Brunnentiefe | 5–15 Meter |
| Brunnenabstand | Mind. 15 Meter |
| Fördermenge | 2–3 m³/h (EFH) |
| Lautstärke | < 35 dB(A) (nur Innengerät) |
| Stromverbrauch/Jahr | 2.000–3.000 kWh |
| Betriebskosten/Jahr | 400–700 € |
| Wartungskosten/Jahr | 100–200 € + Brunnencheck |
| Lebensdauer (Wärmepumpe) | 20–25 Jahre |
| Lebensdauer (Brunnen) | 30–50 Jahre |
| Marktanteil Deutschland | 5% |
Vom Wassertest bis zur Inbetriebnahme
Das Gesamtprojekt dauert typischerweise 3–6 Monate — hauptsächlich wegen der Genehmigung.
Wasseranalyse
Probebohrung und Grundwassertest. Qualität, Tiefe und Ergiebigkeit prüfen.
1–2 WochenGenehmigung
Wasserrechtliche Erlaubnis bei der unteren Wasserbehörde beantragen.
4–12 WochenBrunnenbohrung
Saugbrunnen und Schluckbrunnen bohren (je 8–15 m tief, 15 m Abstand).
2–4 TageInstallation
Wärmepumpe im Keller aufstellen. Brunnen anschließen, Pumpe installieren.
2–3 TageInbetriebnahme
Pumpversuch, System befüllen, hydraulischer Abgleich und Optimierung.
1 TagDie 8 wichtigsten Fragen zur Wasser-Wasser-Wärmepumpe
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