Sole-Wasser-Wärmepumpe: Erdwärme nutzen

Konstante Effizienz das ganze Jahr, weil die Erdtemperatur in 100 m Tiefe immer bei 10–12°C liegt. Nachteil: Erdbohrung nötig, höhere Anschaffungskosten.

COP 4,0–5,0
Höchste Effizienz
500–900 €
Betrieb/Jahr
< 40 dB(A)
Praktisch unhörbar
20–25 Jahre
Lebensdauer

So funktioniert die Sole-Wasser-Wärmepumpe

Eine Sole-Wasser-Wärmepumpe nutzt die konstante Wärme des Erdreichs. In 80–120 Metern Tiefe herrschen ganzjährig 10–12°C — unabhängig von Außentemperatur, Wind oder Wetter. Ein Gemisch aus Wasser und Frostschutz (die „Sole") zirkuliert in der Erdsonde und nimmt die Erdwärme auf.

Im Haus übergibt die Sole die Wärme an die Wärmepumpe. Dort wird die Temperatur über den Kältemittelkreislauf auf 35–55°C angehoben — das reicht für Fußbodenheizung und moderne Heizkörper. Im Sommer kann der Prozess umgekehrt werden: Überschüssige Raumwärme wird ins Erdreich abgeleitet (passive Kühlung).

4,0–5,0
COP (ganzjährig konstant)
10–12°C
Erdtemperatur (konstant)
< 40 dB
Kein Außengerät
50–100 J.
Erdsonde Lebensdauer

Erdsonde vs. Erdkollektor: Welche Variante passt?

Beide nutzen Erdwärme — aber die Umsetzung ist sehr unterschiedlich.

Erdsonde (Tiefenbohrung)

Empfehlung bei begrenztem Grundstück

Bohrtiefe80–120 Meter
PlatzbedarfMinimal (nur Bohrloch)
Kosten Bohrung8.000–15.000 €
Bohrkosten/Meter50–80 €/m
GenehmigungErforderlich
EffizienzSehr hoch & konstant
Lebensdauer Sonde50–100 Jahre
GarteneinschränkungKeine

Erdkollektor (Flächenkollektor)

Günstiger bei großem Garten

Verlegetiefe1,2–1,5 Meter
Platzbedarf1,5–2× der Wohnfläche
Kosten Erdarbeiten3.000–8.000 €
Kosten/m² Fläche15–30 €/m²
GenehmigungMeist nicht nötig
EffizienzHoch, leicht saisonabhängig
Lebensdauer Kollektor40–50 Jahre
GarteneinschränkungKeine Versiegelung, keine Tiefwurzler

Alternative: Grabenkollektor

Ein Kompromiss zwischen Erdsonde und Erdkollektor. Die Rohre werden in 1,5–2 m tiefen Gräben verlegt, brauchen aber weniger Fläche als ein Flächenkollektor. Kosten: 4.000–10.000 €. Ideal bei mittlerer Grundstücksgröße.

Vorteile und Nachteile der Erdwärmepumpe

Vorteile

  • + Höchste Effizienz: COP 4,0–5,0 ganzjährig konstant
  • + Kein Leistungseinbruch bei Frost (anders als Luft-Wasser)
  • + Kein Außengerät → kein Lärm, kein Optik-Problem
  • + Passive Kühlung im Sommer fast ohne Strom
  • + Niedrigste Betriebskosten (500–900 €/Jahr)
  • + Längste Lebensdauer (WP 20–25 J., Sonde 50–100 J.)
  • + Unabhängig vom Wetter und Außentemperatur
  • + Ideal für große Häuser mit hohem Wärmebedarf

Nachteile

  • Hohe Anschaffungskosten (inkl. Bohrung 26.000–45.000 €)
  • Erdbohrung: Genehmigung nötig, nicht überall möglich
  • Bohrung in Wasserschutzgebieten ausgeschlossen
  • Erdkollektor braucht sehr viel Gartenfläche
  • Bauphase: Bohrgerät und Erdarbeiten = kurzzeitig störend
  • Längere Planungsphase (Gutachten, Genehmigung)
  • Bei schlechtem Boden: Niedrigere Entzugsleistung
  • Nicht für jedes Grundstück geeignet (z.B. Hanglage)

Technische Daten

Anschaffungskosten (Gerät) 15.000–25.000 €
Bohrung / Kollektor 3.000–15.000 €
Installation 3.000–5.000 €
Gesamtkosten 26.000–45.000 €
COP (B0/W35) 4,0–5,0
Jahresarbeitszahl (JAZ) 4,0–4,5
Max. Vorlauftemperatur 55–65°C
Erdtemperatur (Quelle) 10–12°C (konstant)
Lautstärke < 40 dB(A) (nur Innengerät)
Heizleistung 6–20 kW
Stromverbrauch/Jahr 2.500–3.500 kWh
Betriebskosten/Jahr 500–900 €
Wartungskosten/Jahr 100–200 €
Lebensdauer (Wärmepumpe) 20–25 Jahre
Lebensdauer (Erdsonde) 50–100 Jahre
Kältemittel R290, R410A oder R407C
Marktanteil Deutschland 10%

Von der Planung bis zur Inbetriebnahme

Bei Erdsondenbohrungen dauert das Gesamtprojekt typischerweise 3–6 Monate (Genehmigung ist der längste Schritt).

1

Geologisches Gutachten

Bodenprobe und Machbarkeitsprüfung. Bestimmung der Entzugsleistung pro Bohrmeter.

1–2 Wochen
2

Genehmigung beantragen

Antrag bei der unteren Wasserbehörde. Geologische Karten und Bohrplan einreichen.

4–12 Wochen
3

Bohrung durchführen

Bohrgerät wird angeliefert. Bohrung auf 80–120 m Tiefe. Sonde einsetzen und verpressen.

1–3 Tage
4

Wärmepumpe installieren

Gerät im Keller aufstellen. Solekreislauf anschließen und befüllen.

1–2 Tage
5

Inbetriebnahme

System entlüften, hydraulischer Abgleich, Steuerung programmieren. Abnahme.

1 Tag

Genehmigung und Voraussetzungen

Was Sie vor der Bohrung wissen und klären müssen.

Erforderliche Unterlagen

  • Antrag bei unterer Wasserbehörde
  • Geologisches Gutachten (Bodenbeschaffenheit)
  • Bohranzeige beim Bergamt
  • Lageplan mit Bohrstelle
  • Nachweis: Nicht in Wasserschutzgebiet

Wann ist keine Bohrung möglich?

  • Wasserschutzgebiet Zone I und II
  • Altlasten im Boden
  • Artesisches Grundwasser (unter Druck)
  • Bergbaugebiete (Hohlräume)
  • Grundstück zu klein für Bohrgerät-Zufahrt

Die 8 wichtigsten Fragen zur Sole-Wasser-Wärmepumpe

Die Wärmepumpe: 15.000–25.000 €. Erdbohrung (Erdsonde): 8.000–15.000 € für 80–120 m. Installation: 3.000–5.000 €. Gesamtkosten: 26.000–45.000 €. Mit Förderung (30–70%) sinkt der Eigenanteil auf 8.000–31.500 €.

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